Schichtzuschlag berechnen
Spät-, Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge nach IG Metall MTV – stundenbezogen berechnet, mit §3b-EStG-Steuerfreiheit für Nacht, Sonntag und Feiertag.
Zuschlagsarten im Überblick
Spätschicht / Wechselschicht
Schichtarbeitszuschlag nach MTV für Wechselschicht mit Nachtanteil. Kein §3b-Limit – voll steuerpflichtig.
Basis: Stundenlohn × Schichtstunden × Zuschlagssatz
25–60 %
je Region
steuerpflichtig
Nachtschicht (20–6 Uhr)
Nachtzuschlag für Arbeit zwischen 20:00 und 6:00 Uhr. Bis zum §3b-Limit steuerfrei, Überschuss steuerpflichtig.
20–30 %
je Region
bis 25 % steuerfrei
Sonntagsschicht (0–24 Uhr)
Sonntagszuschlag für alle Stunden an Sonntagen. Bis zum §3b-Limit steuerfrei.
50–70 %
je Region
bis 50 % steuerfrei
Feiertagsschicht
Feiertagszuschlag für gesetzliche Feiertage. Bis zum §3b-Limit steuerfrei. Überschuss steuerpflichtig.
100–155 %
je Region
bis 125 % steuerfrei
§3b EStG – Steuerfreiheit von Zuschlägen
Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sind nach §3b EStG bis zu bestimmten Höchstsätzen lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei – vorausgesetzt, sie werden für tatsächlich geleistete Stunden gezahlt.
Nacht
25 %
stfr. max.
Sonntag
50 %
stfr. max.
Feiertag
125 %
stfr. max.
Übersteigt der tarifliche Zuschlag das §3b-Limit (z. B. 70 % Sonntagszuschlag vs. 50 % Limit), ist nur das Limit steuerfrei – die restlichen 20 % sind steuerpflichtig.
Berechnungsformel
Basis ist der individuelle Grundlohn – ohne Leistungszulage oder Überstunden. Maßgeblich nach IG Metall MTV (Manteltarifvertrag).
Beispielrechnung – EG 7, NRW 2025
Grunddaten
Stundenlohn: 3.038 € ÷ (35 × 4,35) = 3.038 ÷ 152,25 ≈ 19,95 €
Schichten im Monat (NRW-Sätze)
voll steuerpflichtig
100 % steuerfrei (§3b)
160 € stfr. · 64 € stpfl.
Zulagen gesamt
+ 1.341 €
im Monat
davon steuerfrei
479 €
§3b EStG
Regionale Unterschiede
Die Zuschlagssätze sind im jeweiligen Manteltarifvertrag (MTV) geregelt und variieren je Region:
| Region | Spät | Nacht | Sonntag | Feiertag |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 50 % | 30 % | 50 % | 100 % |
| Bayern | 60 % | 25 % | 50 % | 100 % |
| Berlin-Brandenburg | 40 % | 25 % | 70 % | 155 % |
| Hessen | 40 % | 25 % | 70 % | 100 % |
| NRW | 50 % | 25 % | 70 % | 100 % |
| Niedersachsen / Küste | 25 % | 25 % | 50 % | 100 % |
| Sachsen / Thüringen | 40 % | 25 % | 70 % | 100 % |
Sätze nach IG Metall MTV je Bezirk · regionale Betriebsvereinbarungen können abweichen
Häufige Fragen
Wie wird der Stundenlohn für Zuschläge berechnet?
Der Stundenlohn ergibt sich aus dem monatlichen Grundentgelt geteilt durch die Monatsstunden (Wochenstunden × 4,35). Bei 35 Std./Woche und 3.038 € Grundentgelt sind das ca. 19,95 €/Std.
Sind Schichtzuschläge in der Sozialversicherung beitragspflichtig?
Der steuerpflichtige Anteil (inkl. Spätschicht) ist SV-pflichtig und erhöht damit auch den Rentenanspruch. Der steuerfreie §3b-Anteil (Nacht/So/FT bis zum Limit) ist auch SV-frei.
Was passiert wenn der Zuschlag das §3b-Limit übersteigt?
Nur der Anteil bis zum gesetzlichen Höchstsatz ist steuerfrei. Der Überschuss ist normal lohnsteuerpflichtig. Beispiel: 70 % Sonntagszuschlag – 50 % sind steuerfrei, 20 % steuerpflichtig.
Zählen Schichtzulagen für Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld?
Das hängt vom Tarifvertrag ab. Urlaubsgeld nach IG Metall bemisst sich i.d.R. am tatsächlichen Monatsbrutto inkl. Zuschlägen. Weihnachtsgeld und T-ZUG werden dagegen auf Basis des Grundentgelts + Leistungszulage berechnet.